Chemo PEB


 

Die Chemotherapie mit der Kombination PEB (Cisplatin, Etoposid und Bleomycin) habe ich für drei Zyklen bekommen. Jeder Zyklus dauerte 3 Wochen. Je nach Krankenhaus kann sich die Art der Behandlung etwas unterscheiden. Ich musste die Tage 1-6 stationär bleiben. In den Tagen 1-5 habe ich das Platin, das Etoposid und nur an Tag 1 das Bleomycin bekommen. Nach dem 5. Tag wurde ich dann noch mal mit reichlich Kochsalzlösung durchgespült und durfte dann an Tag 6 wieder nach Hause. An den Tagen 8 und 15 musste ich dann auch noch mal stationär ins Krankenhaus, um noch mal das Bleomycin zu bekommen. Bei mir war es so, dass ich nach der Bleomycingabe noch eine Nacht bleiben musste... allerdings habe ich es in anderen Krankenhäusern auch so gesehen, dass die Bleomycingaben ambulant stattgefunden haben.

 

Da die Chemotherapie quasi ein Gift (Zytostatika) ist, konnte dieses nicht über die normale Armvene verabreicht werden. Ich habe für jeden Zyklus einen so genannten ZVK bekommen (s. Bild). Dieser wird am Hals in eine Vene gelegt und reicht bis zum Herzen. So werden die Zytostatika schnell im Körper verteilt. Das Legen des ZVK ist, wenn es richtig gemacht wird, eigentlich nicht schmerzhaft. Man bekommt eine örtliche Betäubung und bemerkt lediglich ein leicht unangenehmes Druckgefühl. Der ZVK wurde immer an Tag 6 gezogen. Das Bleomycin an Tag 8 und 15 konnte dann durch einen normalen Zugang am Arm verabreicht werden (ist nur ein "kleiner" Beutel, der da in einen reinläuft).

 

Hier noch mal die Übersicht, was wann gegeben wurde:

  • Tag 1-5 Cisplatin und Etoposid
  • Tag 1, 8 und 15 Bleomycin
  • Tag 22 Wiederholung

 

Die Tage im Krankenhaus habe ich immer im Zweibettzimmer verbracht. Man hat auf der Station immer versucht, mir einen freundlichen "pflegeleichten" Bettgenossen zuzuschneidern und das hat auch meist geklappt. Die Zeit ging eigentlich auch recht schnell rum. Ich habe mich mit lesen und meinem Laptop abgelenkt. Nachmittags kam dann Besuch und schon war wieder abend. Aber trotzdem habe ich immer dem Ende der Woche entgegengefiebert, wenn es hieß ade Krankenhaus, hallo zu Hause! Und natürlich hatte ich absolut keine Lust, wieder ins Krankenhaus zu fahren... aber leider blieb mir ja keine andere Wahl.

Während des ersten Zyklus sind mir dann auch prompt die Haare ausgefallen. Auf ein mal konnte ich mir die Haare einfach büschelweise vom Kopf ziehen. Also gleich runter mit der Matte! Am Anfang war es merkwürdig mit Glatze rumzulaufen. Vor allem, weil die Kopfhaut gar nicht gewohnt ist, direkten Kontakt mit irgendetwas zu haben. Als ich mich den ersten Abend schlafen gelegt habe, war es fast schon unangenehm den Kopf auf das Kissen zu legen. Aber nach ca. einer Woche hatte sich die Kopfhaut daran gewöhnt. Augenbrauen, Wimpern und die restliche Körperbehaarung sind etwas dünner geworden, aber nicht komplett ausgefallen.

 

Die Übelkeit war eigentlich kein großes Problem. Man bekommt schon präventiv etwas gegen Übelkeit und kann sich auch jederzeit noch etwas geben lassen. Viel größere Probleme hatte ich persönlich mit Halsschmerzen. Aber auch das wird ja, da man im Krankenhaus ist, recht schnell behandelt.

 

Nach zwei Zyklen kam dann das "Staging". Bei mir wurde also ein CT gemacht, um festzustellen, wie sich die vergrößerten Lymphknoten verhalten. Diese waren erfreulicherweise schon um mehr als 50% kleiner geworden. Da ist mir das erste Mal während der Therapie ein Stein vom Herzen gefallen. Die Chemo schlägt an, die Tumormarker fallen. Es sieht alles ganz gut aus!

 

Im Dezember dann, einen Monat nach Abschluss des 3. Zyklus, wurde ein weiteres CT gemacht (die Chemo wirkt noch nach, deswegen erst einen Monat später). Auf diesem war eine vollständige Remission der Lymphknoten ersichtlich. Die Tumormarker waren alle im Normbereich:

  • AFP 2,0 µg/I
  • ß-HCG <0,1 IU/I

Das war natürlich ein Klasse Ergebnis für mich. Ich wurde entsprechend dem Urologen meines Vertrauens überlassen und ging ganz normal in die Nachsorge (nächste Kontrolle im März/April).